Wenn die ersten warmen Sonnenstrahlen und das längere Licht den Frühling ankündigen, beginnt für viele Gartenliebhaber die Zeit des Pflegeschnitts – und für mich ist das der perfekte Moment, um meine Eibenhecke in Form zu bringen. Mit dabei: Lebhafte Deutsch-Kurzhaar-Welpen, die es mir nicht leicht machen, konzentriert zu bleiben! Doch mit dem richtigen Zeitpunkt und einer scharfen Schere wird der Heckenschnitt zur lohnenden Gartenroutine.
Die Eibe (Taxus baccata) ist eine immergrüne Konifere, die für seine außergewöhnliche Schnittverträglichkeit bekannt ist. Doch auch dieser robuste Klassiker benötigt regelmäßige Pflege, um seine dichte Form und Vitalität zu bewahren. Der fachgerechte Schnitt verhindert das Vergreisen der Pflanze und sorgt für gleichmäßiges, kompaktes Wachstum.
Ein besonders zuverlässiger Indikator für den perfekten Zeitpunkt ist die Blüte der Eibe. Wenn beim leichten Schütteln der Zweige ein feiner Blütenstaub sichtbar wird, ist das ein sicheres Zeichen: Jetzt ist es Zeit für den ersten Schnitt.
Wichtig: Schneiden Sie Eiben niemals im Herbst! Der späte Schnitt kann dazu führen, dass frische Triebe im Winter erfrieren. Stattdessen ist der Frühling ideal – nach der Blüte und bevor der neue Austrieb richtig durchstartet. Der Hauptschnitt ist im Juni.
Für den Formschnitt setze ich auf zwei Werkzeuge:
• Feinschnitt mit der japanischen Schere: Perfekt für präzise Nacharbeiten und Formkorrekturen.
• Grobschnitt mit der Akku-Heckenschere: Für den großflächigen Rückschnitt, effizient und zeitsparend.
Die Eibe verzeiht auch tiefere Eingriffe ins alte Holz. Sie treibt zuverlässig wieder aus – das macht sie so pflegeleicht und formbar. Achten Sie jedoch darauf, im Spätsommer oder Frühherbst nur noch sanfte Korrekturen vorzunehmen, um Frostschäden zu vermeiden.
Direkt nach dem Einpflanzen ist ein zwei- bis dreimaliger Schnitt pro Jahr sinnvoll. Das fördert die Verzweigung und sorgt für ein schnelles, dichtes Wachstum.
Hat die Hecke ihre Grundform erreicht, genügt ein Hauptschnitt pro Jahr. Ergänzend kann im Spätsommer ein leichter Korrekturschnitt erfolgen. Dieser sollte jedoch nicht zu tief ins alte Holz reichen, damit die frischen Triebe nicht durch Frost geschädigt werden.
Eines Tages stellt man fest, dass die Eibe zu dick geworden ist, und nicht mehr ganz dicht. Man kann dann diese komplett verjüngen und radikal auf das gewünschte Maß reduzieren. Sie treibt dann aus dem alten Holz wieder aus. Bei einer Hecke macht man das dann einseitig, zwei Jahre später die andere Seite. Nach 4-5 Jahren hat man eine komplett verjüngte Hecke.
• Konisch schneiden: Die Hecke unten breiter und nach oben hin schmaler gestalten. So erhält auch der untere Bereich ausreichend Licht und bleibt schön dicht.
• Schneidewerkzeug regelmäßig schärfen: Saubere Schnitte verletzen die Pflanzen weniger und fördern die Heilung.
• Auf das Wetter achten: Schneiden Sie idealerweise an trockenen, leicht bewölkten Tagen. Feuchtigkeit kann Pilzbefall begünstigen, während starke Sonne die frischen Schnittstellen austrocknet.
Wer seine Eibenhecke regelmäßig und richtig schneidet, wird mit einer dichten, gleichmäßigen und gesunden Pflanze belohnt. Dieser jährliche Schnitt ist nicht nur eine Pflegemaßnahme, sondern ein kleines Gartenritual – eines, das sich das ganze Jahr über auszahlt. Lassen Sie sich dabei nur nicht zu sehr von neugierigen Welpen ablenken...
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