Breimanns Blog

Salbei schneiden

Ein Kräutergarten-Ritual

07.03.2025
Salbei mit Welpen

Salbei im Frühjahr richtig schneiden

Wenn die ersten warmen Sonnenstrahlen den Frühling ankündigen, wird es in meinem Garten Zeit für einen wichtigen Pflegeschnitt. Der Salbei zeigt jetzt ihre ersten Austriebe – das Signal für den Rückschnitt, auch wenn meine Deutsch-Kurzhaar-Welpen alles versuchen, um mich davon abzuhalten! Anders als viele Stauden vertragen Lippenblütler keinen Winterschnitt – sie warten auf die ersten Wärmeimpulse des Frühjahrs.

Warum Salbei im Frühjahr schneiden?

Salbei (Salvia officinalis var. ‘Berggarten‘) gehört zur Familie der Lippenblütler und ist ein mediterraner Halbstrauch. Das bedeutet, dass er im Laufe der Zeit verholzt und nicht wie klassische Stauden jedes Jahr komplett zurückzieht. Diese verholzten Triebe werden ohne regelmäßigen Schnitt mit der Zeit kahl und unproduktiv.

Ich schneide meinen Salbei knallhart runter, wenn ich sehe, dass unten frische Austriebe erscheinen. Diese Radikalkur mag brutal wirken, fördert aber genau das, was wir wollen: keine Vergreisung, einen kompakten Wuchs und intensive Aromabildung. Etwa zwei Drittel der Pflanze fallen der Schere zum Opfer, aber sie dankt es mit kräftigem, buschigem Wachstum.

Der richtige Zeitpunkt ist entscheidend

Der perfekte Zeitpunkt liegt etwa im März oder April, abhängig von der Witterung. Hier gilt es, einen Balanceakt zu meistern: zu früh geschnitten drohen Verödung am alten Holz, zu spät verliert die Pflanze unnötig Kraft. Ich orientiere mich immer an den Pflanzen selbst – wenn ich die ersten neuen Triebe am Grund entdecke, greife ich zur Schere.

Technik: Tief, aber nicht zu radikal

Beim Schnitt gehe ich bis kurz über die untersten frischen Austriebe zurück. So bleibt genug Substanz für einen kräftigen Neuaustrieb, gleichzeitig entferne ich aber alles verholzte Material, das die Pflanze nur belasten würde. Diese Verjüngungskur verlängert die Lebensdauer der sonst relativ kurzlebigen Halbsträucher erheblich.

Mehr als nur ein Küchenkraut

Salbei ist nicht nur kulinarisch wertvoll. Seine ätherischen Öle wirken antimikrobiell und entzündungshemmend – ein Grund, warum er seit Jahrhunderten als Heilpflanze geschätzt wird. Mit seinem silbrig-grauen Laub und den violetten Blüten im Sommer bietet er auch ästhetischen Mehrwert im Garten. Diese Züchtung blüht so gut wie gar nicht.

Die charakteristische Färbung hat sogar Eingang in die Farbpalette gefunden: "Sage Green" – dieses besondere Grau-Grün ist längst ein Klassiker in Design und Mode. Ob als Akzent im Garten oder als Wandfarbe – es strahlt Ruhe und natürliche Eleganz aus.

Verwertung des Schnittguts

Den aromatischen Schnitt werfe ich nie weg! Die duftenden Zweige nutze ich zum Kochen meiner Salbei-Zitronen-Pasta oder nehme sie mit ins Büro und verschenke sie ans Team. Frischer Salbei eignet sich zudem hervorragend zum Trocknen für Tee, als Gewürz und natürlicher Raumduft. 

Wer seinen Salbei regelmäßig und richtig schneidet, wird mit einem vitalen, aromatischen und langlebigen Kräuterstrauch belohnt. Dieses kleine Frühjahrsritual zahlt sich das ganze Jahr über aus – lassen Sie sich dabei nur nicht so ablenken wie ich…

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